Moritz Bleibtreu

 

"Wenn ich mich überrasche, dann überrasche ich dich"
(Alice Markuly)
"Das Wichtigste ist, dass die Story mich anspricht und fesselt ..."
(Sat.1)

 

"Das Wichtigste ist, dass die Story mich anspricht und fesselt ..."
(Sat.1)

Moritz Bleibtreu ist einer der Nebendarsteller in dem Sat.1-TV-Movie "Kind zu vermieten".

Frage: Nach Ihren letzten Erfolgen überrascht es, Sie in einer eher kleinen Rolle zu sehen.

Moritz Bleibtreu: Ach, da kommt einiges zusammen. Erstens hat mir das Buch sehr gut gefallen, und zweitens muss ich ja auch Geld verdienen. Solange ich die Wahl habe zwischen der Hauptrolle in einem Film, der vielleicht nur zu 50 Prozent gut ist, und einem 5-Tage-Engagement mit einer richtig schönen Rolle, verdiene ich mein Geld lieber so. Das ist für mich doch viel besser, als einen mittelmäßigen Kinofilm zu machen oder ein großes schlechtes Fernsehspiel.

Frage: Dann scheinen Sie Ihren Ruhm ganz gut zu verkraften.

Moritz Bleibtreu: Der Erfolg ist ja nicht von einer Nacht zur anderen gekommen. Das hat sich bei mir eigentlich alles sehr ruhig abgezeichnet und in den letzten vier Jahren entwickelt. Außerdem habe ich das Glück, dass ich in einer Schauspielerfamilie groß geworden bin und daher einfach oft gesehen habe, wie das ist, wenn Leute sehr viel Erfolg haben: Man kann sehr schnell aufsteigen, aber auch sehr schnell wieder 'runterfallen. Deswegen habe ich eine gesunde Distanz zu der ganzen Geschichte.
Ich freue mich einfach unheimlich, einen Film gemacht zu haben wie Knockin' On Heaven's Door. Außerdem ist es ja nicht so, dass ich durch die Straßen gehe und die Leute mit dem Finger auf mich zeigen. Ich bin nicht in der Situation wie beispielsweise Til Schweiger. Mit einem solchen Maß an Popularität bekäme ich vielleicht auch Probleme. Mir ist bewusst, dass ich mich zur Zeit wirklich in einem beneidenswerten Zustand befinde.

Frage: Werden Sie jetzt geradezu verfolgt von Angeboten?

Moritz Bleibtreu: Erschlagen werde ich nicht gerade, aber ich habe echt gute Angebote, ich kann da nicht meckern momentan.

Frage: Haben Sie schon einmal mit dem Regisseur Martin Enlen zusammengearbeitet?

Moritz Bleibtreu: Nein, das war das erste Mal. Ich halte sehr viel von ihm und finde ihn superklasse. Er war eigentlich - zusammen mit der Besetzung Karoline Eichhorn und Stefan Kurt - der Hauptgrund, dass ich zugesagt habe.

Frage: Was hat Sie an der Rolle gereizt?

Moritz Bleibtreu: Marco ist ein Typ, der weder als Kunsthändler noch als Spieler besonders talentiert ist, man weiß, dass er öfter mal Geld verliert, was seine Freundin reichlich nervt. Er benutzt sie teilweise für seine komischen Geschäfte. Ein ziemlich aalglatter Charmeur, der durchaus liebenswert ist, aber niemand, auf den man sich 100-prozentig verlassen kann. Er liebt seine Freundin wirklich sehr, aber das kann er nicht richtig auf die Reihe bringen.

Frage: Ist er ein Loser?

Moritz Bleibtreu: Ja, auf bestimmte Art und Weise schon. Am Ende verliert er seine Freundin und mehr.

Frage: Welche Rollen reizen Sie? Haben Sie einen ganz bestimmten Rollenwunsch?

Moritz Bleibtreu: Kann ich so nicht sagen. Es gibt Tausende von Rollen, die ich noch nicht gespielt habe, und ich bin ein Schauspieler, der sich verwandeln mag und versuchen möchte, so viele verschiedene Figuren wie nur möglich zu spielen. Insofern ist eigentlich alles, was sehr weit weg von meiner eigenen Persönlichkeit liegt, für mich eine interessante Herausforderung.

Frage: Haben Sie ein Lieblingsgenre?

Moritz Bleibtreu: Eigentlich nicht. Ich mag Filme, die ein bisschen ernster sind, wo man schon mal ins Grübeln und Nachdenken kommt. Aber ich kann deswegen nicht sagen, ich mag keine Komödien. Eine Geschichte kann schön sein, unabhängig davon, ob sie lustig oder traurig ist. Das Wichtigste ist, dass die Story mich anspricht und fesselt, egal, ob ich darüber lache oder weine.